BF3
Datenkrake OriginGamer laufen Sturm gegen „Battlefield 3“
01.11.2011 - 20:13

Dienstag, 01.11.2011, 13:05 · von FOCUS-Online-Redakteur Jörn Dreuw

EA Battlefield 3
Die Online-Spiele- und Vertriebsplattform Origin bringt Käufer des Actionspiels „Battlefield 3“ auf die Barrikaden. Über 8000 Gamer fordern in einer Petition ein Verkaufsverbot des Kassenschlagers von Game-Hersteller Electronic Arts, der nun einlenkt.
Obwohl Origin bereits seit längerer Zeit von Electronic Arts (EA) eingesetzt wird, wurden offenbar erst mit dem Start des millionenfach verkauften Actionspiels „Battlefield 3“ am 27. Oktober die Nutzungsbedingungenden (Endbenutzer-Lizenzvertrag; EULA) unter die Lupe genommen. Diese sollen gegen deutsches Recht verstoßen, wie Rechtsanwalt Thomas Schwenke für das Magazin Gamestar analysierte. So entpuppt sich die PC-Software, die nötig ist, um Spiele zu registrieren und aktivieren, als wahre Datenkrake: „Die Nutzungsbedingungen und der Endbenutzer-Lizenzvertrag von Origin sowie die Datenschutz-Richtlinien von Electronic Arts enthalten umfangreiche Verstöße gegen Verbraucher- und Datenschutzrechte. EA nimmt sich über die Nutzungsbedingungen das Recht heraus, einen umfangreichen Kopierschutz einzuführen, der in seiner Wirkung einer Spyware gleich kommt.“

Die Software überprüft den Computer widerrechtlich auf illegale Kopien von EA-Spielen, überwacht die Kommunikation der Anwendung und räumt EA die Macht ein, den Service jederzeit ohne Angaben von Gründen zu beenden. Zudem nimmt sich EA das Recht, Informationen zu sammeln und an nicht näher genannte Partner weiterzureichen, unter anderem IP-Adressen, Informationen über Software, Hardware und weitere Nutzungsdaten.
Online-Petition fordert Verkaufsverbot für „Battlefield 3“

Mittlerweile hat EA ein paar Klauseln entfernt, doch erscheint ein Großteil der Nutzungsbedingungen immer noch zwielichtig. Dementsprechend schwappt ein Sturm der Entrüstung durch das Internet, allein bei Amazon.de straften bereits über 2000 Kunden das Spiel mit nur einem Stern ab. Mittlerweile gibt es auch eine Petition, die die Verbraucherzentralen auffordert, den Verkauf des Spiels zu stoppen. Der Grund: Origin. Bisher haben über 8000 Spieler die Online-Petition unterzeichnet.

Dass am Tag der Veröffentlichung auch noch die Server streikten und das Spiel nicht aktiviert werden konnte, erscheint in dem Zusammenhang nur noch wie eine Randnotiz.

Update: Am Abend des 31.10. teilte Olaf Coenen, Geschäftsführer von EA Deutschland, in einer Pressemitteilung mit: „Wir bedauern die Verunsicherung, die unseren Kunden entstanden ist. Origin ist dazu da, ein erstklassiges Online-Spielerlebnis zu ermöglichen – und sämtliche Daten, die das System dabei erhebt, dienen allein diesem Zweck. Ich bin zuversichtlich, dass die überarbeiteten Lizenzvereinbarungen unseren Kunden deutlich mehr Klarheit bringen.“ Die Website theorigin.de hat einen Vergleich der bisherigen und der aktuellen Nutzungsbedingungen erstellt, der unter theorigin.de/EULA_vergleich3.png (ein Klick auf das Bild vergrößert die Darstellung) zu lesen ist.



sliP-Walle


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