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27.08.2010 - 13:37



Sommerloch oder super Idee? - LAN-Party im Bundestag geplant


Wenn sich Politiker mit dem Thema Spiele beschäftigen, schlagen Spieler oft die Hände über dem Kopf zusammen. Es wäre deshalb keine schlechte Idee, wenn sich der eine oder andere Abgeordnete einmal selbst vor den Bildschirm setzen und das Objekt zahlreicher Debatten und Gesetze selbst unter die Lupe nehmen würde. Genau das soll demnächst passieren, bei einer LAN-Party im Bundestag.

Alte Bekannte

Hinter der Aktion stecken die Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär (CSU), Manuel Höferlin und Jimmy Schulz (beide FDP), die heute mit ihrer Idee an die Öffentlichkeit gegangen sind. Alle drei sind bekennende Onliner, nutzen Facebook, Twitter und Co. Am meisten auf sich Aufmerksam gemacht hat jedoch sicherlich Schulz, der Mitte des Jahres mit seiner iPad-Rede provozierte.

Aufklärung an vorderster Front

Die LAN im Bundestag soll nicht der Provokation dienen. Ganz im Gegenteil. Wie Schult gegenüber den Medien verlauten ließ, sollen bei den 622 Abgeordneten Berührungsängste abgebaut und direkte Einblicke in die Jugendkultur geboten werden. Angesprochen werden sollen laut Schulz auch gezielt "Politiker, die bisher eher über undifferenzierte Betrachtungsweise des Themas aufgefallen sind". Konkrete Namen werden allerdings nicht genannt.

Mousesports am Start

Auf der Tagesordnung sollen Sport-, Strategie- und Geschicklichkeitsspiele stehen, aber auch ein Ego-Shooter. "Schließlich sind wir im Bundestag schon alle über 18", wird die CSU-Politikerin Bär von der Nachrichtenagentur AP zitiert. Überwacht werden soll der Ablauf von Experten wie Vertretern der Freiwilligen Selbstkontrolle, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Suchtbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans. Vor Ort sein sollen aber auch Spielehersteller und Spieler des Clans Mousesports, was viel über den Ego-Shooter aussagen dürftezwinkern

Bayern als Vorbild

Vorbild für Aktion ist ein Parlamentarischer Spieleabend im bayrischen Landtag, der – organisiert vom medienpolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Eberhard Sinner, – im vergangenen Jahr stattfand. Die Abgeordneten testeten 60 PC-Spiele, darunter auch das in vielen Fernsehberichten als besonders gewalttätigt dargestellte GTA4. Ob im Bundestag eine ähnlich große Zahl an Titeln gespielt wird ist eher fraglich, sollen die Parlamentarier doch in Teams gegeneinander antreten.

Viel Lob, viel Kritik

Soweit zumindest der Plan des Trios, denn wie viele Abgeordnete am Ende mitspielen ist noch völlig unklar. Bereits jetzt sorgt die Aktion jedoch für viel Wirbel und noch mehr Stimmen. Auf vielen Gamingseiten wird der Vorstoß gelobt, es gibt jedoch auch Kritik. Auf jetzt.de stellt Stefan Winter die Frage, warum die Parlamentarier ausgerechnet im Bundestag zocken müssen. Schließlich handele es sich bei Computerspielen ja nicht um schwer erreichbare Waren.



Der Bundestag - Steigt hier bald eine LAN?


Quelle Heise.de
Quelle Technobase.fm
Quelle jetzt.de
Quelle epochtimes.de
Quelle excite.de
Quelle Bf-games.net


sliP-ICEMAN


gedruckt am 16.10.2018 - 08:52
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